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Hier die Originalversion des
Artikels, der in der Funkschau 1/2 1998 erschienen ist.
Zusätzlich einige Bilder, die dort keinen Platz gefunden haben.
Der endgültige Funkschau-Artikel ist etwas nüchterner und eher
technikbezogen.
Alexander
Hast

Goldgräberzeit im Internet:
Online-Banking mit der
Stagecoach
Wells Fargo hat Filialen im
Internet, bei AOL und WebTV - Sicheres Banking kein Problem
Von Alexander Hast
Wer kennt sie nicht aus den
Western mit John Wayne und Co., die Postkutsche, die im rechten
Moment überfallen wird, damit der Held
den Bedrängten im Inneren zu Hilfe eilen kann? Die Aufschrift
auf diesem Stück amerikanischer Geschichte (nicht nur
Filmgeschichte) ist in der Regel "Wells, Fargo &
Co.". Eine Bank dieses Namens, Wells Fargo, hat sich bis in
die Neuzeit erhalten. Und als legitimer Nachfahre der
Western-Gesellschaft nutzt sie weidlich das Logo mit der
Postkutsche, das einem auch bei einem Besuch der Online-Bank
unweigerlich begegnet. Unstrittig gibt Wells Fargo in den USA die
schönsten Schecks und Bank-Karten aus, weil - im Sinne
amerikanischer Vergangenheit und Geschichte - die romantischsten
Motive darauf abgebildet sind. Bleibt noch die Frage, die sich
auch Online-Bankkunden weltweit stellen: Wie funktionell und
sicher ist die moderne Postkutsche im Internet?
Der Zugriff auf die Homepage ist
weltweit kein Problem: http://www.wellsfargo.com lautet die Adresse der Kalifornischen
Bank. Und getreu der ererbten Firmenidentität, die in den USA
hervorragend ankommt, zeigen sich die ersten Bilder aus der Zeit,
als der Westen noch wild war und die Banken von bekannten
Banditen wie Jesse James oder Billy the Kid reihenweise
ausgeräumt wurden. Der (Anti-)Held von Wells Fargo ist Black
Bart, der 28 Stagecoaches überfiel, bevor man ihn erwischte.
50 Gratis-Stunden bei AOL
Wells Fargo unterhält seit
neuestem auch eine Filiale beim Online-Dienst America Online,
kurz AOL. Unter dem Kennwort "Wells Fargo" kann die
AOL-Gemeinde auf das neue Angebot zugreifen. Damit AOL auch etwas
davon hat, verteilen die Bankmitarbeiter Wells Fargo-modifizierte
AOL-Software an interessierte Kunden. Mit 50 kostenlosen
Online-Stunden sollen die Kunden für AOL interessiert werden.
Die monatlichen Gebühren für AOL sind darin nicht enthalten.
Die AOL-Mitgliedschaft kostet inklusive drei Stunden kostenlosem
Zugriff 4,95 US-Dollar monatlich, jede weitere Stunde schlägt
dann mit 2,50 Dollar zu Buche. Die Mitgliedschaft mit fünf
freien Stunden kostet 9,95 Dollar im Monat und jede weitere
Stunde 2,95 Dollar. Für 19,90 US-Dollar pro Monat gibt es bei
AOL allerdings bereits zeitlich unbegrenzten Zugriff. Ob das
Wells Fargo-Angebot also in dieser Hinsicht ein so gutes
Geschäft ist, ist fraglich.
Hinzu kommt die Tatsache, daß der
eigentliche Zugriff über die lokalen Telefon-Einwahlknoten -
zumindest im Bereich von Los Angeles - eine gehörige Portion
Geduld und Spieltrieb erfordert. Das erfolgreiche Einwählen nach
17 Uhr kommt in LA schon fast einem Gewinn beim Roulette gleich.
Die Bemühungen von AOL, das zu ändern, halten sich in sehr
engen Grenzen - Glücksspiel hat im Westen halt Tradition und Las
Vegas ist ja auch nur fünf Stunden Fahrzeit entfernt. Wenn man
es allerdings geschafft hat - entweder nach Minuten oder nach
Stunden - Kontakt zu AOL herzustellen, kann man sich dort wie zu
Hause fühlen. Dementsprechend einfach sind dort auch - ebenso
wie im Internet - die Bankgeschäfte zu erledigen. Für
diejenigen, denen die Einwahl in AOL zu mühselig und langwierig
ist, hat Wells Fargo in dem Online-Paket auch einen Tip parat:
"Wenn sie sich gegen AOL entscheiden, nutzen Sie die 50
Stunden vor Ablauf eines Monats und melden sich wieder ab. Es
entstehen Ihnen keine weiteren Kosten".
Die Bankgeschäfte innerhalb von
Online-Diensten wie AOL, CompuServe oder T-Online sind ja
leidlich sicher. Im Internet dagegen ist die Besuchergruppe nicht
so leicht zu kontrollieren. Wer sich in einem Online-Dienst
bewegt, ist in der Regel ein registriertes Mitglied in dem
jeweiligen Verbund. Wer übers Internet kommt, hat eigentlich nur
einen Computer nötig, um die Bank zu besuchen.
Sicherheit beim Bankgeschäft
Schießende Kutscher helfen, so
romantisch diese Vorstellung auch irgendwie sein mag, als
Wachposten für die Sicherheit im Internet nicht weiter. Also hat
sich Wells Fargo etwas zeitgemäßes einfallen lassen müssen.
Das System nennt sich "distributed security". Ein
Sicherheitssystem, das auf mehreren Faktoren basiert und in drei
grundsätzliche Elemente eingeteilt ist: Sicherheit bei der Bank,
Sicherheit bei der Datenübertragung und Sicherheit beim Computer
des Kunden. Soweit hat dieses System noch nichts mit einer
Verschlüsselungsnorm im Browser beziehungsweise für die
Übertragung zu tun. Distributed Security bedeutet soviel wie
'geteilte Sicherheit' und beinhaltet in der Praxis mehrere
Sicherheitssysteme, die bei Transaktionen zusammenspielen und
sich ergänzen. Beim Kunden, beim Datentransport und bei der Bank
selbst.
Fangen wir beim Kunden an: Die
erste Sicherheitshürde ist die Social Security Number, die
Sozialversicherungsnummer des Kunden oder desjenigen, der es
werden will. Diese Nummer, die individuell von der zuständigen
Behörde in den USA vergeben wird, hat jeder Amerikaner im Kopf,
da er sie bei allen möglichen Gelegenheiten braucht.
Beispielsweise um den Führerschein zu machen oder eben ein
Bankkonto zu eröffnen.
Money" gibts
gratis zum Start
Die zweite Hürde ist das
Paßwort, das dem Online-Kunden von Wells Fargo an die
Postanschrift in Kalifornien geschickt wird. Diese zweite
Sicherheitshürde soll, so schlägt Wells Fargo vor, vom Kunden
auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Der Online-Kunde soll
das Paßwort ständig wechseln. Hinzu kommt, daß Wells Fargo den
Kunden rät, direkt nach dem Erledigen der Bankgeschäfte
auszuloggen. Und falls der Kunde das nicht selbst macht, ergreift
Wells Fargo aus Sicherheitsgründen nach zehn Minuten Leerlauf
die Initiative und loggt den Kunden aus.
Als besonderes "Bonbon"
für Online-Interessierte, die sich bei Wells Fargo für den
Internet-Service anmelden, gibt es - solange der Vorrat reicht -
gleichzeitig mit dem Paßwort, das der Kunde per Post ins Haus
geschickt bekommt, die Geldverwaltungssoftware "Microsoft
Money 97" gratis dazu. So populär, daß ein Amerikaner
etwas gänzlich neues mit seinem Geld anfangen würde, ohne etwas
dafür zu bekommen, ist das Erledigen von Bankgeschäften Online
im Internet in den USA nämlich noch nicht. Und gerade in
Kalifornien hat das Sammeln von Gutscheinen und Coupons schon
fast volkssportlichen Charakter. Also gibt es auch von der Bank
einen Anreiz für die Kunden, sich mal ernsthaft mit dem Thema zu
beschäftigen. In Microsoft Money läßt sich der aktuelle
Kontostand ganz hervorragend verfolgen. Das Programm bekommt nach
dem Einloggen in die persönliche Kontoseite nämlich einen
Download zur Verfügung gestellt, der die Kontenstatistik
automatisch auf den neuesten Stand bringt. So liegen jederzeit
alle wichtigen Kontoinformationen vor.
Kostenloser Kontocheck
Kostenlos ist nicht nur die
Geldverwaltungssoftware, die man von der Bank bekommt, sondern
auch die Kontrolle aller bei der Bank bestehenden Konten via
Internet, mit der die Kundschaft langsam an das Thema
Online-Banking herangeführt werden soll. Das heißt: als Kunde
kann ich meinen Kontostand auf allen bestehenden Konten einsehen,
zu denen in den USA auch Kreditkartenkonten gehören, die letzten
Transaktionen (bis zu zwei Monaten) zurückverfolgen und Geld auf
meinen eigenen Konten hin- und herschieben. Das alles ist
kostenlos. Wenn es an das Bezahlen und Überweisen von
Rechnungsbeträgen geht, kommen natürlich Gebühren auf die
Kunden zu. Obwohl auch hier als Anreiz, die Sache mal zu
versuchen, die ersten beiden Monate gratis sind. Danach kostet
dieser Service fünf US-Dollar, also rund neun Mark, pro Monat.
Der zweite Eckpfeiler des
Sicherheitssystems ist der Transport, bei dem Wells Fargo ja
schon zu Zeiten der Stagecoaches - abgesehen von diversen
Überfällen - einen erstklassigen Ruf erworben hat. Zum Thema
Datensicherheit erklärt Wells Fargo, daß sie sich als die Bank,
die als erste große Finanzinstitution Internet-Banking anbiete,
intensiv mit den Sorgen ihrer Kunden auseinandergesetzt habe. Die
Experten von Wells Fargo hätten als erster Anbieter dieses
Dienstes von Grund auf ein Sicherheitssystem entwickeln müssen,
das den modernsten Anforderungen genüge. So sorgt Wells Fargo
dafür, daß alle Verbindungen nur verschlüsselt erfolgen. Laut
Wells Fargo in der effektivsten Verschlüsselungsnorm, die im
Geschäftsbereich des Internets genutzt wird. Sollte die Sitzung
aus irgendwelchen Gründen nicht mehr verschlüsselt erfolgen,
wird sie automatisch von Wells Fargo beendet.
Ein weiterer Punkt in der
Sicherheitskette ist, daß die Kontonummern nie vollständig auf
dem Bildschirm auftauchen. Die letzten Nummern sind durch
"XX" ersetzt. Hinzu kommt, daß der Name des Kunden
überhaupt nicht auftaucht. Falls also jemand den Datenverkehr
anzapfen sollte, erhält er keinerlei Information, die er in
irgendeiner Art und Weise verwenden könnte.
Wells Fargo testet neue Software
auf Sicherheit und empfiehlt den Kunden die entsprechenden
Browser. Ein Punkt dabei ist, daß der Browser die Nutzerdaten
nicht automatisch auf die Festplatte des Computers kopiert. Der
Nutzer muß das explizit per Download selbst machen, wenn er es
wünscht.
Die von Wells Fargo
freigegebenen Browser sind:
Browser Name Verschlüsselung
Konteneinsicht Überweisungen: Netscape Navigator 1.1Xoder neuer,
MS Internet Explorer 3.02 für Windows 95 oder NT 4.0, MS
Internet Explorer 3.01 für Windows 3.1 oder NT 3.51, Microsoft
Internet Explorer 3.0 für Macintosh, America Online 3.0 für
Windows 95/Windows 3.X und WebTV.
Wer möchte, kann seinen Browser
auch direkt auf der Wells Fargo-Page auf Bank-Sicherheit testen
lassen. Mit einem Click auf den Menüpunkt Browser-Security
bringt man Wells Fargo dazu, den Browser auf dem eigenen Computer
unter die Lupe zu nehmen und auf dem Bildschirm taucht sofort das
entsprechende Ergebnis mit Kommentar auf. Wells Fargo erklärt in
dem Kommentar, welche Transaktionen mit diesem Browser möglich -
weil von der Bank aus Sicherheitsaspekten genehmigt - sind und
welche nicht. Wie aus der Tabelle hervorgeht, sind bankinterne
Transaktionen bereits mit einer Browser-Verschlüsselungstiefe
von 40 Bit erlaubt. Wahrscheinlich, weil sie problemlos
rückgängig gemacht werden können, wenn doch einmal ein
'Hacker' in verbotenen Konten herumtransferiert. Bankgeschäfte,
die nach außen gehen, wie Überweisungen von Rechnungen und
ähnliches, verlangt nach einer Verschlüsselungstiefe von 128
Bit. AOL und WebTV bieten diese Verschlüsselung serienmäßig,
deshalb ist bei dem Online-Dienst und dem neuen Fernseh-Internet
ein Browser-Test nicht notwendig.
Der Transport ist aber unter
anderem bereits dadurch relativ sicher, daß die Informationen
für den Transport im Internet in kleine Datenpakete zerlegt
werden, die erst beim Empfänger wieder zu sinnvoller Information
zusammengefügt werden. Wenn zusätzlich noch eine
Verschlüsselung benutzt wird, wie es bei Wells Fargo der Fall
ist, kann man davon ausgehen, daß die Informationen relativ
sicher und von Hackern unbemerkt zum legitimen Empfänger
gelangen.
Die Verschlüsselung
Einfach definiert ist
Verschlüsselung die Umwandlung von verständlicher Information
in codierte, für den nicht Eingeweihten unverständliche
Zeichen. Wells Fargo nutzt die Verschlüsselung seit mehr als 100
Jahren. Ein einfacher Satz wie Wir zahlen morgen 1.000
Silberdollar aus" wurde zu Zeiten der Stagecoach als
Petrify Ambition Distaff Thorny" über die
Telegraphenleitungen geschickt. Ganz so einfach ist es heute
nicht mehr, das System an sich hat sich aber erhalten.
Alle Informationen, die während
des Online-Bankings durch den Cyberspace geschickt werden, vom
Paßwort bis hin zu den Anweisungen, eine Rechnung zu bezahlen,
wird in einen Datenstrom unleserlicher Zahlen gewandelt, bevor
sie die Reise durchs Internet antreten. Sowohl der Browser des
Kunden als auch der Computer bei Wells Fargo versteht die
Algorithmen, mathematische Formeln, nach denen die Informationen
in sinnlose Datenreihen verwandelt werden. Nur mit diesen
Algorithmen, die sozusagen als Schlüssel dienen, ist es
möglich, den Datenstrom wieder in sinnvolle Information zu
verwandeln. Jeweils bei Beginn des Online-Bankings einigen sich
der Browser des Kunden und der Wells Fargo Computer auf eine
zufällig generierte Zahl, die als Schlüssel für den Rest der
Sitzung gilt. Damit ist die Verständigung gesichert. Im
Vergleich zur 40 Bit-Verschlüsselung, die laut Wells Fargo unter
einigen Milliarden verschiedenen Schlüsseln für die jeweilige
Bank-Session auswählen kann, bietet die 128 Bit-Verschlüsselung
mit einer 288-fachen Anzahl möglicher Schlüssel noch erheblich
mehr Sicherheit.
Firewall" bei Wells
Fargo
Als bankseitige Sicherheiten
bietet Wells Fargo einen Firewall", der nur
autorisierte Informationen passieren läßt. Um diesen
Kontrollpunkt zu überwinden, muß der Browser das autorisierte
Protokoll kennen, das ihn berechtigt, auf den Computer
zuzugreifen. Darüber hinaus wird vom Wells Fargo-Sicherheitsteam
permanent kontrolliert, ob irgendjemand versucht, in das System
einzudringen.
Alle diese Sicherungen
zusammengenommen bilden das System der "distributed
security" und ausreichende Sicherheit gegen Angriffe aus dem
Net. Wer also Wells Fargo überfallen möchte, sollte das in
traditioneller Art und Weise mit einem stilechten 38er oder 45er
Revolver tun und auf elektronische Tricks verzichten. Obwohl auch
das, wie Wells Fargo glaubhaft versichert, ein relativ
aussichtslosen Unterfangen ist.
Banking mit WebTV
Nachdem Bill Gates´ Microsoft das
Unternehmen WebTV für 425 Millionen US-Dollar gekauft hat, wird
sich der Begriff WebTV wohl schneller verbreiten als es sonst der
Fall gewesen wäre. WebTV ist Internet, das mit einem Decoder,
der die Websites auf Fernsehformat zurechtstutzt und per
integriertem Modem die Verbindung via Telefonleitung aufbaut, auf
den heimischen Fernseher gebracht wird. Auch Wells Fargo ist
bereits im WebTV vertreten. Seit dem 17. Juni 1997 unterstützt
WebTV eine 128 Bit-Verschlüsselung, eine der sichersten im
Internet. Der WebTV-Browser ist mit allen Webseiten kompatibel,
die auch mit Netscape 3.0 oder Microsoft Internet Explorer (MSIE)
3.0 kompatibel sind. Regelmäßige WebTV-Updates sorgen dafür,
daß die WebTV-Technik mit allen wichtigen Standards, dazu
gehört auch die sichere Datenübertragung, kompatibel bleibt.
Wer mehr über seine Verschlüsselung wissen will, drückt
einfach auf die Info"-Taste des Keyboards oder erst
auf Optionen" und dann Info" bei der
Fernbedienung. Falls die Meldung Security Details"
eingeblendet wird, ist die Seite sicher. Mehr Informationen
darüber gibt es dann, wenn man auf diese Meldung klickt.
Wells Fargo - Die Website
Die Website von Wells Fargo ist
auf jeden Fall einen Besuch wert. Cowboy-Romantik mit wahrem
Hintergrund ist das mindeste, was der Besucher dieser Site mit
auf den Weg bekommt. Wer will, kann sich dort aber auch über den
Wilden Westen informieren, wie er wirklich war. Kleine
Geschichten um die Geschichte der Bank, die 1852 in Kalifornien gegründet wurde, zeichnen
ein - wenn auch leicht verklärtes - Bild des Lebens in
Goldgräbercamps, den ersten Siedlungen und kleinen Städten des
Sonnenstaates an der Westküste der USA. Ergänzt und
unterstrichen werden die Texte durch qualitativ gute Scans
damaliger Original-Photographien.

Deutsche Bank zum Online Banking:
45 Millionen
Transaktionen in drei Jahren"
Wir baten die Deutsche Bank um
eine Stellungnahme zum Thema Online-Banking und zur Sicherheit
der Transaktionen bei dieser Art des Geldverkehrs. Klaus Thoma
von der Pressestelle der Deutschen Bank gab uns folgendes
Statement:
Online-Banking ist bei der
Deutschen Bank bereits seit 1982 möglich. Hierzu zählt der
bisher als klassisches Homebanking verstandene Zugangsweg über
T-Online (vormals Btx/Datex-J), seit dem 18. November 1996 aber
auch der Zugang zur Bank via Internet, der im September dieses
Jahres um die Wertpapier-Order ergänzt wurde (Internet-Banking
& Broking). Online-Banking über den Anbieter America Online
(AOL) ist seit diesem Jahr ebenfalls moeglich.
Mittlerweile nutzen rund 250.000
Online-Kunden mit etwa 700.000 Konten/Depots dieses Angebot der
Deutschen Bank. Ein weiterer Online-Zugangsweg: Das
24-Stunden-Telefon-Banking. Hierüber können sich Kunden der
Deutschen Bank bundesweit seit Ende 1994 telefonisch über elf
regionale und eine bundesweite Service-Nummer an sieben Tagen in
der Woche rund um die Uhr an ihre Bank wenden.
Zur Sicherheit: Bei mehr als 45
Millionen Transaktionen unserer Kunden über Btx und
Telefon-Banking der Deutschen Bank in den vergangenen drei Jahren
sind keine Fälle von Mißbrauch bekannt geworden. Für Kunden,
die den Bankzugang über das offene System Internet bevorzugen,
etwa weil sie mit unserem Internet-Banking & Broking auch vom
Ausland aus einen bequemen Zugang zu ihrem Konto haben, hat sich
die Deutsche Bank fuer die Software-Verschlüsselung mittels
JAVA-Applets entschieden (näheres unter http://www.deutsche-bank.de/banking/index.htm


Wells, Fargo & Co.:
Von der Stagecoach in den
Supermarkt
Seit 145 Jahren ist das
Unternehmen in Kalifornien - eine wechselvolle Geschichte
Früher retteten sich die
Kutscher der berühmten Wells, Fargo & Co. Stagecoach mit
gezielten Schüssen vor den Banditen, die heute mit klingenden
Namen in den Geschichtsbüchern verewigt sind. Die Stagecoach ist
wohl das bekannteste Wahrzeichen für den Wilden Westen. Heute
verfügt Wells Fargo neben den Bankniederlassungen vor allem
über Filialen in Supermärkten wie VONS oder RALPHS. Zurück zu
den Ursprüngen, wie es scheint, denn Wells Fargo wurde in
Goldgräbersiedlungen groß, wo der "Supermarkt" gleich
nebenan oder gar in der Filiale selbst war.
Am 24. Januar 1848 erspähte James
Marshall ein Stück glitzernden Goldes im Mühlrad von John
Sutter's Sägemühle in Coloma, Kalifornien. Die Neuigkeit über
den Goldfund verbreitete sich wie ein Lauffeuer über Amerika und
den Rest der Welt.
Bis zum Jahre 1852 hatten eine
viertelmillion Goldsucher den Sonnenstaat Kalifornien
überschwemmt. In der Zwischenzeit maßen zwei erfolgreiche
Geschäftsleute an der Ostküste der Vereinigten Staaten, Henry
Wells und William G. Fargo, vorsichtig die Temperatur des
Goldfiebers im Westen. Am 18. März 1852 war die Temperatur
offenbar hoch genug. Wells und Fargo gründeten ein neues Bank-
und Transportunternehmen: Wells, Fargo & Co.
Büros in Rattlesnake
Bar" und Hangtown"
Am 13. Juli 1852 eröffnete das
Unternehmen sein erstes Büro in der Montgomery Street in San
Francisco. Wells Fargo begann auch Geschäfte in Sacramento, dem
Tor zu den Minen. Im Februar 1855 ruinierte eine Finanzkrise die
beiden größten Bankhäuser in Kalifornien. Wells Fargo blieb
davon verschont, blieb zahlungsfähig und ging aus der Krise als
größtes Bank- und Transportunternehmen des Staates Kalifornien
hervor. Im Herbst 1855 unterhielt Wells Fargo 55 Büros in
Kalifornien, die sich ebenso in rauhen und unwirtlichen
Goldgräbercamps wie Rattlesnake Bar, Hangtown oder You Bet
befanden wie auch in Los Angeles und Hafenstädten wie San Diego
und Santa Barbara.
Ebenso wie die Anzahl der Büros
wuchs auch der gute Ruf von Wells Fargo und das Vertrauen in die
Zuverlässigkeit des Unternehmens. 1865 schrieb ein
Zeitungsredakteur, daß es Wells Fargo Büros "in jeder
Stadt und jedem Dorf gibt. Ein Billard-Saloon, ein Restaurant und
ein Wells Fargo-Büro sind die ersten drei Bestandteile einer
Goldgräbersiedlung".
Black Bart the Po8"
Stagecoaches mit Passagieren, Gold
und wichtiger Post beladen, fuhren über die staubigen Straßen
von Kalifornien. Banditen wie Black Bart, der zwischen 1875 und
1883 maskiert 28 Stagecoaches ausraubte und den Detektiven von
Wells Fargo Gedichte hinterließ, machten Geschichte. Man kam
"Black Bart the Po8", wie er sich selber nannte, erst
auf die Spur, als er bei einem Überfall ein Taschentuch mit der
Kennzeichnung der Wäscherei verlor: FX07. Diese Spur verfolgten
die Wells Fargo-Detektive bis zu einem Minen-Ingenieur mit Namen
Charles Boles in San Francisco. Für seinen letzten Überfall
verbrachte Boles vier Jahre in San Quentin und verschwand dann
spurlos.
Als die Dampfloks langsam die
Stagecoaches ersetzten, hatte sich auch die Wirtschaft gewandelt.
Landwirtschaft und Industrie ersetzten die Minen als Eckpfeiler
der Kalifornischen Wirtschaft. Und das sonnige Klima von
Kalifornien zog noch einen besonderen Industriezweig an: die
Filmstudios. Wells Fargo Express-Lieferservice sorgte dafür,
daß das Publikum im ganzen Land die neuesten Hollywood-Filme
sehen konnte.
Währenddessen vollzogen sich
fundamentale Wechsel im Unternehmen Wells Fargo. Im Jahre 1904
verlegte Wells Fargo & Co. sein Hauptquartier für den
Transportdienst nach New York. Die Bankgeschäfte blieben in San
Francisco. Am 22. April 1905 fusionierte "Wells Fargo &
Co's Bank" mit der Nevada National Bank.
Trotz Erdbeben
Safe intakt"
Ein Jahr später ereilte die
neugegründete Bank eine Naturkatastrophe. Am 18. April 1906
erschütterte ein starkes Erdbeben Nordkalifornien. Das Gebäude
der Wells Fargo Nevada National Bank brannte bis auf die
Grundmauern nieder, aber der Kassierer Frederick Lipman
entschied, daß das Geschäft weiterlaufen müsse. Er
telegraphierte den Partnerbanken: "Gebäude zerstört. Safe
intakt. Bonität nicht beeinträchtigt."
San Francisco wurde wieder
aufgebaut und die Bank florierte. Zwischenzeitlich war der Wells
Fargo Express Service, das Transportunternehmen, im ganzen Land
vertreten. Am 1. Juli 1918 übernahm die Regierung das
Unternehmen als kriegsbedingte Maßnahme und der Name Wells Fargo
verschwand über den Eingängen von 916 Büros in Kalifornien und
mehr als 9.000 weiteren in den Vereinigten Staaten. Wells Fargo's
Bankgeschäfte blieben in San Francisco.
Im Jahre 1923 fusionierte Wells
Fargo mit der Union Trust Company of San Francisco und dehnte
seine Bankgeschäfte auf diese Weise etwas weiter aus. Während
der Weltwirtschaftskrise und zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges
gelang es der Wells Fargo Bank & Union Trust, ihren guten Ruf
als Full-Service-Bank mit zwei Büros in San Francisco zu
erhalten.



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